Sonntag, 31. August 2014

Toutistenattraktion

Zweiter Tag und noch keine Kultur gesehen? Zeit das zu ändern! Unsere Reise ging zum Osaka Castle. Dort konnten wir Wehranlagen, Gärten und die Burg selbst besichtigen. Die Wehranlagen bestanden aus großen Steinen und wirkten erhaben und nicht so düster wie europäische Festungen.
Die Gärten waren ruhig aber für mich persönlich etwas enttäuschend. Wir sind wohl in der falschen Jahreszeit gekommen oder haben noch nicht die schönen Gärten Japans gefunden.
Die Burg war zugleich ein Museum.  Beim Aufstieg zur Aussichtsplattform konnte man einiges über die Festung, ihre verlorenen Kriege und die Selbstmorde der Anführer lernen. Leider waren viele interaktive Inhalte und Videos nur auf japanisch verfügbar. Oben angekommen wurden wir mit einer wundervollen Aussicht belohnt.
Als nächstes musste ein neues Ziel beratschlagt werden. Das ließ sich am besten im erfrischenden Schatten vor der Burg. Dabei wurden wir von einem sichtlich interessierten älteren Japaner entdeckt, der sogleich das "Gespräch" suchte. Uns wurde gezeigt, wie ein Origami-Pinguin gefaltet wird (Wehe,  jemand frägt mich nach der Reise noch wie das geht! :D ) und wir tauschten Erdnüsse gegen Doughnuts. Als wir uns schließlich auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Osaka-Aufenthalt History Museum, machen wollten hab es die gewohnte Reaktion: "Oh, tall!". Ein neues Wort auf japanisch habe ich dabei auch gelernt: Chuo, das bedeutet Schmetterling.
In diesen Museum verlief die vorgeschlagene Route von oben nach unten. Wir begannen mit der Frühzeit von Osaka. Die Exponate waren leider nur auf japanisch beschriftet und zusammen mit dem Charme von Knochensplittern und Tonscherben in sterilen Vitrinen schien es ziemlich langweilig zu werden. Darauf erstmal eine ausgedehnte Pause mit Aussicht vom 7. Stock.
Die Epochen vom Mittelalter bis hin zur moderne waren deutlich anschaulicher und waren auch ohne Japanisch Kenntnisse gut. Kurz vor dem Ende der Route, im Osaka des frühen 20. Jahrhunderts, gab es noch eine Touristenattraktion: Anprobe von Kimonos dieser Zeit. (Wir mussten uns dazu erst von Kaja überreden lassen.)
Dieses Unterfangen machte allen Beteiligten sichtlich Spaß: uns, den freiwilligen Helfen bei der Einkleidung und vor allem den Zuschauern. Man stelle sich kleine Japanerinnen vor, die 2-m-Hühnen in etwas zu kleine Kimonos zwengen und ein Publikum, das so etwas noch nie zuvor gesehen hat. Allseits herrschte großes Gelächter. Wir mussten selbst für Fotos vom Publikum herhalten, während des Anziehens und fertig verkleidet. Die sonst bekannte Zurückhaltung gab es dabei nicht. Als Belohnung bekamen wir eine kurze persönliche Führung durch den letzten Ausstellungsabschnitt mit Fotos an jeder Station. Selbst auch mal die Touristenattraktion zu sein, war sehr lustig.

Osaka3

Heute haben wir die Burganlage von Osaka besucht. Dort konnten wir traditionelle Kleidung anlegen, was nicht nur für uns, sondern auch für die Japaner ein Heiden-Spaß war. Draußen hat uns ein wildfremder Opi mit Doghnuts beschenkt und uns gezeigt, wie man Origami-Pinguine faltet. Später standen wir an einer Kreuzung und haben recht orientierunglos auf die Karte gesehen, bis uns ein fremder Mann (weder richtig ortskundig, noch des Englischen mächtig) bis zum gesuchten Udon-Restaurant geholfen hat. Dieses wird von einem sympatisch-grinsenden Japaner geführt und hat seinen eigenen web-Auftritt: http://udon-miyoshiya.com



Samstag, 30. August 2014

Kayukan

Die erste große Station in unserem Osaka-Aufenthalt war Kayukan. Auf meiner Eintrittskarte war ein Pinguin. Damit konnte es nur großartig werden oder grauenhaft. (Der Pinguin ist der kosmische Antagonist des Kängurus.) Für einige von uns ist es ein Aquarium, für andere eine Übersicht über die kulinarischen Besonderheiten Japans.

Das Aquarium beginnt an der Wasseroberfläche und geht es spiralförmig in die Tiefe. In der Mitte befindet sich der größte Wassertank. Kleinere Tanks liegen an der Außenseite. Alle sind gefüllt mit verschiedensten Tierarten. Diese wurden sofort hoch gelobt:"Ich weiß gar nicht was ich davon als erstes essen würde. Das sieht alles so lecker aus."

Gewöhnen mussten wir uns an die Art und Menge der andren Besucher. In dem Aquarium hatten wir das Gefühl, dass Japan kein Demographie-Problem hat. Sie waren klein, laut, viele und unglaublich wuselig aber stets freundlich, auch wenn wir kein Wort verstanden haben.

Insgesamt war es ein guter Besuch. Die Aufmachung des Aquariums ist sehr gut und es gibt viel zu sehen mit zwei Sonderbereichen, der Tiefsee und dem Tropenwald. In letzterem sind wir zwei Gefahren begegnet, einer Todsünde (Sloth) und einer sonderbaren Kröte. All glory to the hypnotoad!

Osaka2

Die letzten zwei Tage waren sehr Kräfte zehrend und wir kamen erst nach 12 Uhr aus den Betten. Wir machten uns auf den Weg zum Hafenviertel. Dort besuchten wir das berühmte Aquarium Kaiyukan, welches sogar einen lebenden Walhai besitzt. Nach einer kurzen Runde auf  dem Riesenrad gingen wir in ein Okonomiyaki-Restaurant. Diese Spezialität aus Osaka wird direkt auf dem Tisch zubereitet. (in den Tisch ist eine Bratplatte eingelassen) Es sieht zwar wie eine süße Speise mit Vanille-Caramel-Soße aus, ist aber herzhaft und besteht vor allem aus Kohl und Ei. Den Abend ließen wir im Namba-Bezirk ausklingen. Komische Läden mit komischen Zeug dominierten hier das Stadtbild.


Freitag, 29. August 2014

Osaka

Gestern hatten wir unterwegs nach Japan eine Zwischenlandung in Dubai. Die 20 Stunden Aufenthaltszeit haben wir genutzt, um die Stadt mit dem Bus zu erkunden. Schon um 8 Uhr morgens war die Luft drückend heiß. Zum Glück waren nicht nur die Busse, sondern auch die Häuschen an den Haltestellen klimatisiert. Wir haben Jumeirah, die aufgeschüttete Palmeninsel, das Dubai-Museum, den Goldmarkt, das Deira City Centre und die Jumeirah-Moschee besucht. Das passende Outfit dafür gab's vor Ort. Nach 9 weiteren Stunden Flug und 45 Minuten Zugfahrt sind wir soeben im Hostel in Osaka eingecheckt. Es ist ein bisschen unübersichtlich hier und erstaunlich ähnlich, wie wir es uns vorgestellt haben.