Wie schon zu lesen war, mussten wir unsere Pläne für Okinawa ändern, da wir kein Auto mieten konnten. Daher sind wir heute mit einer Tour von unserem Hotel unterwegs. Die Ziele sind Ryugujo Butterfly Garden, Okinawa Churaumi Aquarium, Nago Pineapple Park und Glass House in the Forest. Die ersten drei wollten wir sowieso sehen. Das letzte nehmen wir einfach mit.
Los geht es um 08:40 Uhr mit dem Shuttle zu einem anderen Hotel. Wir sind die einzigen nicht Japaner in der Gruppe. Die Reiseführerin spricht so gut wie kein Englisch. Naja, wir wollen eigentlich auch nur ein Shuttle. Gute zwei Stunden bis zur ersten Station lassen sich schon aushalten. Um uns herum versteht uns keiner, wir können also sagen, was wir wollen und zur Not gibt es noch Handy und Tablet.
Man sieht schöne Landschaften und kann ein paar Fotos knipsen, also gar nicht so langweilig. Jedoch redet die Reiseleiterin ununterbrochen in ihr Mikrophon, das leider ihre Stimme gut verstärkt. Ach, warum habe ich ausgerechnet heute meine guten In-Ear-Kopfhörer im Hotel gelassen.
Nach guten zwei Stunden Fahrt sind wir endlich bei den Schmetterlingen. Hier gibt es auch ein Mittagessen. Das klingt doch ganz gut, auch wenn es noch nicht ganz Mittag ist. Der Teller Soba-Nudeln, der jedoch vor mir steht, könnte vielleicht als Vorspeise durchgehen, von der Größe her. Der Geschmack ist nicht schlecht, jedoch nicht mehr als Durchschnitt. Dazu gibt es ein lila Stück Kuchen. Das schmeckt gut. Wie wir dann im Shop herausfinden, handelt es sich um Purple Jam Cake. Das bedeutet mit Süßkartoffelgeschmack.
Es verbleibt noch eine gute halbe Stunde für die Schmetterlinge. Mehr braucht man auch nicht. Ein größeres Gebäude mit den Tieren gibt es. Diese sind schön und zahlreich. Sie setzen sich gerne auf rotes und posieren für Fotos. Die äußerst euphorischen Schreie der Japanerinnen kann ich nicht ganz nachvollziehen aber schlecht ist es hier nicht. So, jetzt aber schnell zum Bus.
Wenige Minuten später sind wir auch schon beim Aquarium. Inzwischen ist es drückend heiß und ich hoffe sehr, dass es keine Becken in der Sonne gibt. Damit habe ich Glück. Das Gebäude ist schön auf die hier üblichen 15° (subjektives Gefühl, wenn man das Gebäude betritt) herunter gekühlt. Hier haben wir drei Stunden Zeit. Das könnte reichen. Der Aufbau und die gezeigten Tiere sind schön. (Egal wie wenig ein Museum in Japan zu zeigen hat, der Aufbau und die Präsentation sind immer Top.)
Besonders beeindruckend ist ein riesiger Wassertank mit zahlreichen Fischen, kleinen Haien, Mantas und drei (!) Waalhaien. Durch einen kleinen Teil des Beckens kann man durch einen Tunnel laufen und die Tiere ganz nah sehen. Wenn über einen ein 12m großer Waalhaie vorbei schwimmt, kommt man sich ziemlich winzig vor. Weiter geht es mit einer eigen Abteilung über Haie, Tiefsee, Seekühen und Schildkröten. Punkt 15 Uhr startet eine kleine Delphin-Show, jedoch müssen wir zum Bus zurück und unsere gut gelaunte Reiseführerin duldet keine Verspätung.
Kaum dass wir in den Bus eingestiegen sind, mussten wir schon wieder raus. (Also eigentlich hätte man die Strecke auch laufen können aber die Japaner bräuchten dafür ihr Wanderoutfit.) Uns wurde am Eingang irgendwas erklärt aber nicht in eine unserer Sprachen. Wir folgten einfach der Gruppe und fanden uns in einem Verkaufsraum wieder. Schön in einer Schlange wurden wir an jedem Stand vorbei geführt, durften etwas probieren und sollten es dann kaufen. Dabei hatten wir zwei entscheidende Vorteile: wir waren deutlich größer als die Verkäufer und keiner von denen konnte Englisch.
Damit hatten wir die Dreistigkeit uns einfach mehr zu nehmen. Fast alles war aus Ananas. Ananas-Likör und -Wein fand ich widerlich aber Kuchen, Kekse und rohe Ananas schmeckten sehr gut. Da haben wir deutlich mehr genommen als eingeplant war. Obwohl wir uns an den Häppchen gut bedient haben, konnten wir gar nicht so viel essen. Die Zeit war auch hier sehr knapp bemessen. Zurück im Bus sahen wir viele Japaner mit Einkaufstaschen aus dem Ananas-Laden. Wie konnten die essen und einkaufen? Und vor allem was haben die gekauft? Die Ananas hat ja schon ca. 4,50€ gekostet.
Wieder ein paar Minuten später und wir waren beim letzten Ziel, das Glass House in the Forest. Wir erwarten schon nichts mehr. Damit wurden wir nicht enttäuscht. Es ist eine kleine Glasbläserei mit sehr großer Verkaufsfläche. Zumindest können wir bei der Herstellung etwas zusehen. Nach einem kleinen Rundgang durch den Laden geht es auch schon wieder nach Hause.
Wir hören wieder unserer Reiseleiterin zu, wie sie ihren Endlostext aufsagt und driften in ein Gespräch ab. Überrascht werden wir von unserer Quasselstrippe, als sie uns ein winziges Eis anbietet. Es ist (Überraschung!) Ananas. (Prädikat: gar nicht mal so schlecht) Wir freuen uns, sie geht wieder nach vorne zu ihrem Sitz und plappert weiter. Dann erfahren wir, warum sie so griesgrämig ist: sie fängt an zu singen. Bei den Bedingungen würde ich den Job auch hassen. Keiner von uns kennt das Lied aber sogar ich höre, dass es nur selten richtig ist. Wir beherrschen uns. Eine Weile. Danach gibt es keine Ansagen mehr und wird fahren noch zum Hotel zurück.
Auch wenn ich hier etwas über die Kaffefahrt gelästert habe, hat sich der Tag gelohnt. Das Aquarium war sehenswert.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen